Seit 3 Tagen….

…wird es jeden Tag kälter! Vergangene Nacht -4 Grad, am Tag nicht mehr als 7 Grad. Seit 3 Tagen bläst es unaufhörlich aus der kalten Richtung – Ost – mit zwischen 35-45 Knoten, Tag und Nacht! Das Heulen und Schrillen in den Riggs ist die Musik in diesen Tagen – nicht meine Musik allerdings. Das ist echt fast nicht mehr zum Aushalten. Ich frage mich wirklich, wo wir hier gelandet sind. Aber anderswo in Griechenland ist es auch nicht besser – im Gegenteil. Aus Kilada kommt die Meldung, dass sie gestern Schnee hatten. Da hilft alles nichts: Heizen, Zwiebelschalenkleidung und ab und zu mal vorsichtig die Nase rausstecken, um von der guten frischen Luft zu schnuppern… Ab morgen soll es dann wärmer werden, allerdings verbunden mit Regen.
Das absolut Positive in diesen Tagen ist, dass es Peter gut geht, die OP erfolgreich verlaufen ist, der schlimme Verdacht sich nicht bestätigt hat! Was für eine Last von uns genommen!

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Die Mama hat gesagt…

…dass ich jetzt endlich wieder auf dem Klapperkasten was schreiben kann. Das durfte ich lange nicht mehr, weil, es ist soviel passiert, und die Mama war immer so traurig und war selber nicht da dran an dem Kasten. Aber heute darf ich: Und ich kann euch sagen, es stinkt mir böse: Die füttert jeden Morgen alle ALLE Katzen hier in der Umgebung! Das glaubst Du nicht. Die stehen schon morgens um 8 Uhr da und schreien vor der Gangway, ignorieren mich, wollen an mir vorbei, um Essen zu fordern. Ja wo sind wir denn??? Eine hat es doch tatsächlich geschafft, mich ins Wasser zu schubsen, aber das passiert mir nie mehr! Ich pass auf. Heute geht es der Mama ein bisschen besser, sie sagt einfach: Life must go on, was immer das auch heisst, aber ich merke, sie ist traurig, der Papa auch. Bald fliegt sie nach Deutschland für 2 Wochen und dann bin ich mit meinem Papa alleine, bei dem schlafe ich auch jede Nacht, bei der Mama geht das nicht, weil, die dreht sich immer und das mag ich GAR nicht. Mal sehen, was die mir mitbringt. Morgen, hat sie gesagt, macht sie eine neue Seite auf unserer Seite, weil unser Schiff verkauft werden soll, bin mal gespannt, wie sie das macht! Normalerweise ist sie nicht blöd, geht ganz schnell bei ihr, aber, da muss der Papa auch mitarbeiten, damit alles richtig ist. OK: Jetzt geh ich wieder schlafen, war viel Arbeit, könnt ihr gar nicht verstehen, weil ihr nicht so mit dem Klapperkasten vertraut seid wie ich – das hat die Mama mir gezeigt – ich bin die hellste Katze auf der Welt!

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Unsere Schwester Iris

Und ich wollte noch Abschied nehmen
das werd ich mir nie vergeben
Mann,wie konntest du von uns gehen
jetzt soll ich dich nie mehr sehen

Das ist von Xavier Naidoo – aber besser könnten wir es auch nicht ausdrücken, was wir fühlen, jetzt, nachdem Du uns allein gelassen hast!

Es war Dir nicht vergönnt, bei uns zu bleiben, nicht vergönnt, weiterzuleben. Irgendwer hat eine Entscheidung für oder gegen Dich, gegen uns, getroffen.

Sie sagen, Du hättest friedlich ausgesehen, als Du ausgekämpft hattest, nachts um 1.15 Uhr am 7. Dezember 2011. Hast Du Deine neue Welt da schon gesehen? Geht es Dir jetzt endlich gut, da, wo Du jetzt bist? Hast Du es endlich warm, nachdem Du so gefroren hast die letzte Zeit ? Kannst Du wieder frei atmen? So viele Fragen, auf die wir uns die Antwort nun selber geben müssen – Du kannst es nicht mehr, Du bist nicht mehr da!

Wir hätten so gerne noch ein Glas Wein mit Dir getrunken, eine Zigarette mit Dir geraucht. Jetzt müssen wir das ohne Dich machen – aber nicht, ohne an Dich zu denken!
Flieg, Iris, flieg!

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Unser vorlautes Plappermäulchen SOCKE..

…hat ja schon vorgegriffen, wir können ihr aber nur beipflichten und das bestätigen. Sind durch Zufall oder durch Schaden am Startermechanismus hier eingelaufen und hängengeblieben auf dem Weg nach Messolonghi. Wir sind nicht zum 1. Mal hier, aber ich hatte schon immer eine eigenartige Affinität zu diesem Ort, nur nie die Zeit und Gelegenheit, das auch zu nutzen. Es sind nicht viele Liveaboards hier, aber Natur pur, die Versorgungsmöglichkeiten sind perfekt, der Ort, die Insel strahlt/en eine Ruhe aus, wir fühlen uns hier “angekommen”. Nicht nur SOCKE geht das so, uns beiden auch. Nichtsdestotrotz haben wir in wenigen Tagen das Schiff total umgekrempelt, aufgeräumt, umgeordnet, Wäsche gewaschen, saubergemacht – und das ohne jegliche Hektik. Der Stress fällt uns förmlich aus dem Gesicht. Wir sind auch problemlos in der Lage, abends um 21 Uhr ins Bett zu gehen und durchzuschlafen bis morgens um 8 Uhr, wenn die Sonne hintenreinschaut. Absolut kein Problem. Wir denken, dass wir es hier noch einige Zeit aushalten. Hier noch ein paar Bilder: Die Enten sind übrigens keine solchen, sondern ägyptische Nilgänse, wie mir Wikipedia heute erklärt hat. Lustig sind sie trotzdem – ich mache auch gerne jeden Morgen den Pontoon von ihren Hinterlassenschaften sauber…. und SOCKE hat auch keine Angst mehr vor ihnen…

Habe es heute endlich geschafft, ein paar Bilder reinzusetzen – leider nicht so, wie ich es eigentlich wollte. Nachdem ich es aber mehrfach schon versucht habe, und es besser nicht ging, möchgte ich es so belassen, wie es ist, wenn auch etwas unsortiert und textlich nicht ganz einwandfrei. Besser aber, als wenn alles verschwunden ist, wie gestern, nachdem ich mehrere Stunden daran gearbeitet habe. Ich verspreche, beim nächsten Mal und nach einer Beschwerde bei wordpress wird es besser!

Und auch hier wieder ein kleiner Nachtrag: Wir sprechen von der kleinen Insel TRIZONIA im Golf von Patras und Korinth, die wir als unseren Winterplatz gewählt haben. Insgeheim haben wir ihr den Namen ALCATRAZ gegeben, weil sie nahe am Festland, aber ohne Fährverbindung nicht zu verlassen ist! Wir sehen es aber durchaus nicht als Gefängnis an, eher als ein Resort.

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Trizonia heisst das,

wo wir jetzt sind, sagt die Mama! Und es gefällt mir hier sehr gut, weil, da hat es viele Schiffe, wo keiner drauf ist, wo alles flattert, weil die das nicht richtig festgemacht haben, da kann ich rennen den ganzen Tag und die halbe Nacht. Nur gestern gab es Triss, weil die, der Papa und die Mama, mit dem Schiff an einen anderen Platz fahren wollten und ich nicht da war. Ja klar, war ich nicht da, weil ich auf MEINEM anderen Schiff war. Da interessiert es mich auch nicht, dass die sich heiser schreien nach mir. Man hat schliesslich seine eigenen Schlafbedürfnisse! Endlich mal kann man schlafen, wann man will, keine Leute an Bord, nicht jeden Tag segeln und all so was. Müssen die halt auch mal Rücksicht auf mich nehmen! Waren die aber fuchsteufelswild, weil, als die wegfahren wollten, war grad wenig Wind, das wollten die ausnutzen. Dann habe ich mich halt doch noch bequemt, bin heimgekommen, habe ich mir bös eine gefangen und wurde eingesperrt. Man glaubt es nicht. Nun: Jetzt sind wir da, ich kann raus, wann ich will, habe ganz viele neue Schiffe für mich entdeckt, die Mama nervt den Papa, weil sie ihm die Klamotten vom Leib reisst, wäscht, wie eine Verrückte, ich habe viele Katzen entdeckt, muss erst noch rausfinden, welche mir passen und welche nicht, die Mama füttert ja alle mit MEINEM Futter. Und da sind noch die komischen Viecher, diese zweibeinigen, braunäugigen, langhälsigen Klapperviecher, die sind mir nicht geheuer, hab die heute auch ein paar Mal kräftig angefaucht, bis die mir auf die Pelle gerückt sind und ich abgehauen bin – nach Hause, und da hocken die jetzt auf einem Bein vor der Gangway und gehen nicht mehr weg und unterhalten sich, dass mir hier drin noch Angst und Bange wird. Muss das morgen mal genauer untersuchen. Mama sagt, ich sei blöd, die wären harmlos, die kann mir ja sonstwas erzählen, ich weiss das besser! Nun, gute Nacht, gehabt euch wohl, ich melde mich wieder ,wenn ich mehr weiss. Vorerst bleiben wir hier, mir gefällt es hier, der Mama auch, und dem Papa, glaube ich, auch.

Ok, die Mama sagt, ich soll das mit den komischen Viechern jetzt noch erklären, weil kein Mensch weiss, was die für welche sind: Sie sagt, das sind ganz seltene Enten, die haben braune Augen und einen braunen Kreis darum herum. Ausserdem haben die lange Hälse und ein ganz seidiges Gefieder (bei mir heisst das Fell und das ist seidig, wenn der Papa das kämmt…). Ausserdem sagt sie, dass die ganz lieb sind und mir nichts tun und ich soll mich nicht so anstellen. Ok, wenn sie meint, dann können die vor der Gangway stehenbleiben auf einem Bein und mit dem Kopf nach hinten im Fell eh, sorry, im Gefieder, bis in die nächste Steinzeit, mir egal…..

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Saisonende….

…soll noch nicht sein! Nachdem unser Besuch uns vorgestern in Galaxeidi verlassen hat, das Wetter, das leider Gottes auf diesem Törn mehr als schlecht war, sich erholt hat, haben wir beschlossen, noch ein Weilchen unterwegs zu sein und den Besuch in unserer Wintermarina noch zu verschieben. Jörg war ein ungemein liebenswürdiger, interessanter Besuch bei uns an Bord, wir hatten viele Gespräche, das Leben auf dem Wasser und auf einem Langfahrtschiff war für ihn eine Erfahrung, die ihm sehr viel Freude bereitet hat, wobei wir ihm gerne Einblicke in unsere Art und Weise des Lebens gegeben haben. Auch wir haben einiges von ihm gerne gelernt. So soll es sein. Leider hatte er viel Pech mit dem Wetter.
Heute nun habe ich spontan das ganze Schiff umgekrempelt, sozusagen auf Winter programmiert: Die Kleiderschränke aus- und umgeräumt, ausgewischt, die Betten neu bezogen, wobei zum ersten Mal Inlets eingezogen wurden, da es nachts schon erstaunlich kühl wird, tagsüber aber noch herrlicher Sonnenschein und Wärme vorherrschen; das Besteckfach gleichfalls von Sommer (helles Besteck) auf Winter (dunkles, rustikales) umgerüstet, alle Polster waren draussen, ausgeklopft und an die Sonne gelegt. Gestern noch eine Dusche im Cockpit gehabt. Wir werden die Tage hier und weiter westlich noch geniessen! Galaxeidi ist ein hübsches Örtchen, die Häuser wieder einmal in einer ganz anderen Bauweise, einer mächtigen Kathedrale für diesen doch relativ überschaubaren Ort, und zahlreichen guten Einkaufsmöglichkeiten. Auch unser Liegeplatz hier ist bei jeder Windrichtung sicher.
Wir könnten uns wohlfühlen – wäre da nicht diese unendliche, nicht ebbende Trauer über das Schicksal unserer Segelfreunde Stefan und Heike. Unsere Gedanken sind immer bei ihnen! Wir können nur hoffen, dass Stefan grosse Schmerzen erspart blieben, und dass Heike irgendwie und irgendwann einmal darüber hinwegkommt! Stefan schaut bestimmt zu, wo immer er auch sein mag. Leb wohl, Stefan!

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Sie leben 8 Monate von ihren Familien getrennt…

…ägyptische Fischer, die wir hier kennengelernt haben in den Tagen, die wir hier auf die Reparatur unserer Maschine warten. Weit weg von ihrer Heimat verdienen sie hier ihr Geld – und weit weg von ihren Familien. Sie leben bescheiden, oft zu viert oder fünft an Bord eines Fischerbootes, schicken alles, was sie verdienen, nach Hause. Ich habe mich mit ihnen vergangene Nacht unterhalten, soweit das möglich war, in dem bescheidenen Englisch, das einer von ihnen sprach, und habe viel erfahren. Ich habe ausserdem den besten Tee getrunken, den ich jemals getrunken habe, schwarz und zuckersüss und stark, und bin aussergewöhnlich lieben Menschen begegnet. Man kann von solch einer Begegnung nur profitieren! Unseren deutschen Luxus kennen sie nicht und wollen ihn vermutlich auch nicht, sie können sich das gar nicht vorstellen. Aber auf der Parkbank, auf der wir uns unterhalten haben, mir eine Decke rüberzureichen, damit es mir nicht zu kühl wird, war eine Selbstverständlichkeit. Heute nacht sind sie draussen, morgen früh um 7 Uhr kommen sie zurück, haben uns schon Fische versprochen! Ich habe auch eine kleine Überraschung für sie, nachdem ich gesehen habe, wie sie schlafen: Eine Gästin hat einen 1a-daunengefütterten, atmungsaktiven Schlafsack hier hinterlassen: Den sollen sie gerne haben für ein bisschen mehr Komfort! Und wenn es geht und ich darf, möchte ich gerne morgen ein Foto von ihnen machen.

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