Beim Ritt auf einem Hackebeil..

bleibt selten eine Backe heil! Und genau so war auch der heutige Törn nach Symi-Stadt zwecks Einkauf von Gütern, die hier nicht oder nur sehr teuer zu bekommen sind. Was nimmt man nicht alles auf sich: Die Ansage war 25 kn aus SE, logischerweise bekamen wir gewaltig einen aufgebraten. Der Hinweg war noch einigermassen ok, bis auf die Einfahrt nach Symi, wo uns die Fallböen fürchterlich auf die Seite legten. Ganz zu schweigen vom Liegeplatz in Symi selbst: Tödlich! Wir sind zum Einkaufen geflitzt, während Kevin Runden drehte, der Platz, an dem wir festmachten, war absolut haltlos! Selbst die gleichzeitig mit uns eingelaufene ANNEK-Fähre hatte Schwierigkeiten, festzumachen! Auf dem Rückweg, vollbeladen bzw. von Emporium verfolgt – ein super Super-Markt, ganz, ganz liebe und feine Leute -, der alle Waren im Auto für uns mitführte und uns auf dem Landweg verfolgte, bereit, abzuladen, wo wir festmachen,  legte  Kevin am Wasserschiff an: Zwei Meter weg, squeeesh, drauf! Waren übernommen, weg; Seegang hatte mittlerweile genügend Zeit, sich aufzubauen, liefen nur unter Maschine aus Symi aus, Lage Waschbord im Wasser, draussen Genua 50 % auf, ab ging die Post. Mittlerweile 45 Knoten Wind konstant. Ein Wäscher nach dem anderen. Dann in den Golf hinein, Seegang abflauend, Böen nach wie vor konstant, Wind gleich stark, am Liegeplatz angesteuert, Empfangskomitee, Leinen fest, angekommen!!! Natürlich Ruhe, fast kein Wind. Womit haben wir das verdient??? Wobei Peter uns sagte, dass es den ganzen Tag hier in Selimiye geblasen hat wie verrückt, stark wie nie zuvor. Glauben wir das??? Was haben wir selbst erlebt??? Jetzt geniessen wir endlich mal wieder: Ein Stück SCHWEIN, danach einen OUZO, danach ein Glas RETSINA – haben wir uns verdient. Adrenalinspiegel trotzdem nach wie vor hoch bis höher! Dauert, bis der runtergeladen ist. Was lernen wir daraus? Wintersegeln hat es in sich und ist nicht zu unterschätzen.

Wir segelten mit unseren lieben englischen Freunden Sarah und Kevin auf deren Hallberg Rassy 38 , ihrer NADINE – danke Freunde. Wir würden jederzeit dasselbe für euch tun. Es war es wert.

Bitte warten..

Nachdem wir im November schon ein neues Großsegelsystem installierten – ein Lattengross, etwas kleiner als das alte Großsegel – mit Harken-System, eine sehr teure Angelegenheit, die wir aber als notwendig und sinnvoll erachten, warten nun die Schleif-, Streich- und Lackierarbeiten auf uns – oder wir auf sie: denn tun können wir momentan gar nichts,  das Wetter ist einfach zu instabil. Es gibt keine zwei Tage am Stück trockenes, warmes, windarmes Wetter, was aber unabdingbar ist, um solche Arbeiten zu erledigen. Anfang März wollen wir eigentlich von hier weg, dann sollte das zumindest erledigt sein.

Erst Mitte April haben wir einen Lifttermin in der Marti bekommen, um das Unterwasserschiff zu machen, das, wie schon erwähnt, bereits nach einem Jahr grottenschlecht ist! Normalerweise liften wir nur alle zwei Jahre. Wir werden dieses Mal wohl ein anderes Produkt nehmen, was allerdings auch heisst, dass von Grund auf neu gearbeitet werden muss, also mit Produkt-kompatiblem Primer vorbehandelt werden muss. Mehr Arbeit und mehr Kosten!

Dann gibt es im März noch ein neues Beiboot, auch dies ein nicht unwesentlicher Kostenfaktor, aber darauf  freue speziell ich mich ganz besonders: Es ist ein Beiboot mit Feststoffboden, heisst, wir müssen nicht mehr darauf achten, dass jemand das Dinghi über Stock und Stein an Land zieht und den Gummiboden ruiniert, was unserem alten Dinghi sein vorzeitiges Ende gebracht hat. Mir tut das immer weh, wenn man unachtsam und sorglos mit Gegenständen umgeht; Geld wächst nicht auf Bäumen und man kauft ja doch nichts, um es kaputtzumachen, sondern sollte es pfleglich behandeln, damit man lange etwas davon hat.

Fast vergessen: In allen Kabinen haben wir LED-Lichter installiert! Sie sind 1. stromsparend, 2. sehr hell. Sie sind in sehr schöne runde Holzrahmen integriert, die wir hier anfertigen liessen. Keine Affäre das Ganze, gibt jedem die Möglichkeit, in seiner Koje zu lesen, ohne sich die Augen zu verderben. Eine sehr gute Investition und Installation!

Das in der Kurzfassung, was in nächster Zeit ansteht.

Langweilig…

…mag es denen sein, die unsere Logbucheinträge lesen! Uns ist es alles andere als das: Mittwoch/Donnerstag 36 Stunden Sturm mit bis zu 10 Bft. Ein Tag Pause, relative Ruhe, am Nachmittag schon wieder zunehmend 7-8, über Nacht weiter zunehmend, momentan Wind konstant 8, in Böen 9, soll nachmittags nachlassen; morgen früh ab 8 Uhr wieder zunehmend bis 9 Bft., soll Sonntag auf Montag bleiben, dann herrscht hoffentlich endlich wieder mal ein bisschen Ruhe, so dass man die Kaffeetasse am Frühstückstisch nicht mehr festhalten muss, das Wasser in der Spüle wieder abläuft, man im Bett nicht in die Ecke gedrückt wird (ich) oder herausfällt (Peter). 

Seit Donnerstag hatten wir meistens keinen Strom, da das Netz von Marmaris bis hier zusammengebrochen ist und zwar komplett, kein WiFi, kein Telefon. Gestern kam er zögerlich wieder, aber eher mit 380 V als 230, also kein Computer die Tage. Macht nichts, kann man endlich wieder mal Backgammon spielen und den Skipper abzocken…(ging aber nur einmal gut, dann kam die tödliche Retourkutsche).

Das ist der absolut ungewöhnlichste, windigste Winter, den wir jemals hier erlebt haben! Jeder hier sagt das. Die Temperaturen allerdings deuten darauf hin, dass der Frühling naht, dann taufen wir die „Winterstürme“ halt in „Frühjahrsstürme“ um – wegbleiben können sie trotzdem.  Es reicht so langsam.

Queen..

 

…zählt zu meinen absoluten Favoriten in der Musik.
Das Tief Queen, das mit 906 mb momentan über uns zieht, bringt allerdings seine eigene Musik mit – und die gefällt mir ganz und gar nicht: Es schrillt in den Wanten, es heult in den Masten, ein Seegang vom Feinsten hat sich aufgebaut, wir schieben am Liegeplatz Lage, dass ich aufpassen muss, dass der Laptop nicht vom Tisch fällt.
Die Windansage ist die höchste, die wir bisher in diesem Winter haben: 45 Knoten aus SE, wobei man mit Sicherheit noch ein paar Knoten draufsetzen kann – wir haben jetzt in Böen schon 50 Knoten. Und das soll die kommende Nacht so bleiben, eher noch mehr werden. Dieser Winter hat es in sich! Ich habe so langsam genug davon, aber was nützt das?
Schreiben wir also schnell noch den Logbucheintrag, bevor der Strom wieder ausfällt, was mit 100prozentiger Sicherheit der Fall sein wird, und damit das WiFi auch weg ist.
Ach ja, angekündigt wurde das ganze mit „strong gale warning“, schaue ich auf die Poseidonkarte, sehe ich nur dunkelrot, heisst 9-10 Bft.
Alle hier am Pontoon verstärken noch einmal ihre Leinen, schauen sorgenvoll, denn das soll noch die ganze kommende Nacht und den halben nächsten Tag anhalten. Das gibt eine unruhige Nacht.
Toppen kann man das alles eigentlich nur durch ein gutes Essen: Bei uns gibt es – sofern nichts von der Anrichte fliegt – in Ei gebackene Hühnchenteile, vorab einen grünen Salat mit weissem Balsamico und Olivenöl angemacht, dazu geschmortes Kartoffel-Karottengemüse mit frischem Knoblauch. Hört sich doch gut an? Bilder gibt es auch noch, sobald die Batterien der Kamera geladen sind – kann sich nur noch um Stunden handeln.

In diesem Sinne – euch eine ruhige Nacht!

Stürmische Tage und Nächte in Selimiye

Gute Wetterberichte…

..sind essentiell für einen aufmerksamen und verantwortlichen Schiffsführer.
Deshalb nachstehend eine Auswahl an Wind- und Wetterseiten, die wir regelmässig kontaktieren, um einen optimalen Überblick über die Wettersituation zu haben und vorbereitet zu sein:
Zuerst die Wetterkarte der FU Berlin: http://www.met.fu.berlin.de-de-wetter/maps/emtbkna.gif
dann Poseidon, die griechische Wetterkarte, wo man die Entwicklung in 3-Stunden-Schritten nachvollziehen kann: http://www.poseidon.ncmr.gr/weather_forecast.html
http://www.windfinder.de – unter Angabe des gewünschten Ortes im Anhang – bietet auch einen guten Überblick über Windstärken, Windrichtungen, Regenwahrscheinlichkeit.
Desgleichen auch http://www.windguru.cz/int/index.php?
Wer es noch detaillierter haben möchte, greift auf die US-Gribfiles – http://www.grib.us – zurück; dieses (kostenlose) Programm muss man herunterladen und auf dem Computer installieren, was aber kein Problem darstellt.
Damit ist jeder umfassend informiert – und meistens treffen die Wetterberichte ja auch zu…
Leider kann man die angegebenen Adressen nicht als Link einfügen.
Wer daran interessiert ist, sie anzusehen, muss sie kopieren und in den Browser einfügen.

Neues aus Selimiye

01.02.2010:

Seit einigen Wochen haben wir exotischen Besuch hier in Selimiye: Es ist ein Pelikan, das Maskottchen der Marti-Marina, Orhaniye, der eine Ortsveränderung vorgenommen bzw. sein Revier  verändert und sich in Selimiye häuslich niedergelassen hat. Ihm gefällt es hier sehr gut und er denkt nicht daran, wieder nach Orhaniye zurückzukehren. Zutraulich, handzahm, hat er sich hier den Katamaran eines Freundes als Standort ausgesucht, den er sowohl als Schlafplatz als auch als Toilette benutzt – was weniger gut ankommt, erst recht, seit der Besitzer des Kats wieder aus Deutschland zurückgekehrt ist. Ein liebes Kerlchen, eigentlich ein Zugvogel, den seine Artgenossen beim Zug in den Süden aufgrund einer Deformierung am Hals wohl zurückgelassen haben. Was er braucht ist Fisch, Fisch und nochmals  Fisch, nämlich 10 % seines Eigengewichts jeden Tag! Er ist laut Wikipedia ein „ROSA Pelikan“, beheimatet im südöstlichen Europa, genauer im Donaudelta, wie er hierhergekommen ist  und warum er hier hängen geblieben ist, weiss kein Mensch.

  

 

  Die Carmen hat einen Vogel.. erlaubte sich der liebe Hans vom Pink Panther gestern zu sagen! Recht hat er, ist doch schon lange bekannt, oder?

 

 Ansonsten…

Katzen, Katzen und noch mehr Katzen...

 gibt es hier Katzen über Katzen, die  regelmässig von allen  gefüttert werden; es gibt wohl auch einen staatlichen Vet, der sie sterilisiert, wenn er gerufen wird, was sehr gut ist.  Einige konnten wir schon vermitteln, auch sehr positiv.

Abgesehen davon haben wir  in diesem wind- und regenreichen Winter auch schöne Momente, wie man anhand des Fotos sehen kann. Sie sind allerdings sehr, sehr selten, deshalb müssen sie kameratechnisch festgehalten werden.

Schöne Abende in Selimiye
Schöne Abende in Selimiye
oder eher so, nach dem heutigen SW-Sturm mit schwersten Böen?