Rhodos

Heute nur ein kurzer Eintrag im Logbuch: Es war ein schöner Törn hierher nach Rhodos, abgesehen von dem üblichen Hack kurz vor Mandraki.

Alle Einkäufe getätigt, die Lager sind wieder voll. Als erstes gab es – na was wohl? – einen Schweinebraten! Wir hatten ja schon fast Entzugserscheinungen.

Hier noch ein paar Schnappschüsse:

Koteletts so gross wie T-Bone-Steaks, nur nicht so teuer
My home is my castle...
Chartern ist Vertrauen...
Jedem sein Spielzeug

dem Chef der Chartercompany seins, vielleicht?
Ostern naht
typisch Rhodos-Mandraki

Frühling…

Wer öfters einen Blick auf unsere Seite wirft, hat`s bestimmt sofort bemerkt: Ein neues Design! Ja, auch auf unserer homepage ist der Frühling eingekehrt – mit frischen, hellen Farben, die dem zwar stimmungsvollen aber dunklen Winterhintergrund Platz gemacht haben. Auch sonst haben wir ein paar Kleinigkeiten verändert, die das Navigieren auf unserer Seite für den Betrachter vereinfachen sollen.

Viel Spass dabei und hier noch ein Bild fürs Frühlings-Feeling

Der Frühling kommt

Umwelt- und Naturschutz

Das ist ein Thema, das für uns auf unserem Schiff keinesfalls neu ist! Auftrieb hat es bekommen durch einen Artikel einer Seglerin auf einer Insiderseite hier. Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass man die Natur, in der man lebt, nicht mutwillig kaputtmacht. Vielen scheint das aber noch nicht ins Gehirn gedrungen zu sein – weil das Meer ja so gross ist und alles verzeiht. TUT ES NICHT!!! Und dann wundern sie sich, dass das Wasser, in dem sie schwimmen,nicht mehr sauber ist. Wir benutzen seit langer Zeit umweltfreundliche Reinigungsmittel, die zu mindestens 80 % abbaubar sind – sauber wird damit immer noch alles. Beim Duschen an Land können kleine Wäschestücke auch dort unter dem Wasserhahn rausgewaschen werden, sie werden sauber, man muss nicht alles in die Wäscherei geben. Denn das Umweltbewusstsein der Landbevölkerung ist noch nicht soweit gediehen.

Heute haben wir das Unterwasserschiff abgeschrubbt und den Rumpf saubergemacht, begleitet von misstrauischen Blicken eines vorbestraften Umweltsünders (Gulletbesitzers) hier. Nein, er hat uns bei keiner Sünde erwischt! Das Unterwasserschiff wurde mit dem Spachtel abgekratzt, der Rumpf mit einer weichen Bürste OHNE Mittel saubergemacht. Es geht, glaubt mir! Wenn jeder ein bisschen, nur ein bisschen dazu beiträgt, klappt das Ganze mit Sicherheit. Aber die Anfänge liegen im Kleinen und bei jedem Einzelnen! Das ist das, was die meisten nicht kapieren. Eine gewisse Intelligenz bei jedem einzelnen voraussetzend, sollte das ganze PROBLEM eigentlich kein PROBLEM sein. Wir haben doch nur eine Natur, eine Umwelt – oder wissen wir mehr??? Regt euch das zum Nachdenken an??? Sollte es auf  jeden Fall!!!

Plastiktüten sind ein weiteres Thema: Wer hindert Dich daran, auf den wunderschön bestückten Gemüse- und Obstmärkten hier Deine eigenen Taschen und Tüten mitzubringen? Du musst nicht aus Höflichkeit gegenüber dem Händler für jedes Petersiliensträusschen eine eigene Plastiktüte haben. Ich bin hier am Ort dafür bekannt, dass ich Tüten ablehne – die Händler wissen das; wenn wir morgens frisches Brot holen, wissen sie, die holen es aus dem Schrank (fassen wohlgemerkt nur eines an!) und anerkennen das. Es geht doch. Nur ein bisschen nachdenken – schadet keinem, nutzt aber uns allen.

Die Mittel, die wir hier an Bord verwenden, können gerne auf den Seiten der Hersteller nachgelesen werden. In den Tags sind sie aufgeführt.

In diesem Sinne

Rundumerneuerung…

…das ist das, was die CHARISMA zur Zeit bekommt. In den letzten Tagen haben wir alle Holzarbeiten erledigt – also geschliffen, 5xlackiert, wie schon erwähnt. Danach das Deck abgeschliffen, um es von Grund auf aufzubauen. Am Samstag haben wir nun noch den Primer aufgebracht, weil wir es dieses Mal so gründlich machen wollten, dass wir ein paar Jahre Ruhe haben. Sonntag war Ruhetag, wie es sich gehört! Heute nun sind wir ganz früh in die Hufe gekommen, haben das Deck abgespritzt vom letzten Sahara-Regen, trockengewischt und dann ging es los: Ich, bewaffnet mit Pinsel, um die kritischen Stellen zu ummalen, Peter mit der Rolle in der Verfolgung. Klappte wie immer hervorragend, das Deck ist perfekt gedeckt. Danach noch den weissen Streifen aussenbords mittels Dinghi, und weil wir immer noch nicht genug hatten, haben wir den Cockpit-Anstrich  auch noch erneuert. Alles sieht fabelhaft aus, ist professionell gemacht, sollte also wirklich ein paar Jahre halten. Unser Schiff ist halt kein Seriendampfer sondern eine „One-off“, das muss man immer berücksichtigen. Desto liebevoller geht man damit um. Die Arbeit hat Spass gemacht und der Erfolg ist sichtbar.

In den paar Tagen, die wir noch hierzubleiben gedenken, wollen wir nun noch den Rumpf in Angriff nehmen, zumindest die Vorarbeiten leisten. Ich glaube, wenn wir mit allem fertig sind, sieht die CHARISMA so gut aus, wie sie noch nie ausgesehen hat. Und wenn wir an die Anfänge zurückdenken – kein Vergleich!

In diesem Sinne, Fotos gibt es, wenn alles fertig ist. Das Wetter spielt mit, (leider) kalter Nordwind, aber trocken.

Ach ja, fällt mir doch gerade noch ein: Vor lauter „Pinselquälen“ kam ich heute gar nicht zu meiner geliebten täglichen Gymnastik: Die wiederum hat keinen speziellen hochtrabenden Namen, ist aber äusserst wirkungsvoll: Täglich 10 Minuten genügen, um die Muskeln an den entsprechenden Stellen sanft aufzubauen, zeigt eine hervorragende Wirkung, macht Spass, weil man ein Resultat sieht, kann man überall machen, also auch auf einem Schiff, das, wenn auch noch so gross, wenig Platz für ausufernde Übungen bietet! Bin total begeistert – wer`s wissen will, worum es sich handelt – fragt einfach. Ist wirklich super, vor allem super-wirkungsvoll. Resultate zeigen sich innert kürzester Zeit, aber: konsequent bleiben!!! Also morgen etwas länger.

Und schon ist es da,

das Tief „ANDREA„. Seit der vergangenen Nacht bläst es unbeschreiblich, schlimmer als „XYNTHIA“ vor ein paar Tagen hier durchzog. Das soll noch bis heute in die späten Abendstunden anhalten. Böen von 58-60 Knoten,  Wind konstant bei 9 Bft. Die Schiffe hier sind unaufhörlich in Bewegung. Wir liegen sicher, wenngleich unkomfortabel. Seegang hat sich aufgebaut, wie ich es  den ganzen Winter noch nicht gesehen habe! Das Meer wird durch die einfallenden Böen aufgepeitscht, alles ist nur noch durch einen Wasservorhang zu erahnen. Das Wetter spielt wirklich verrückt. Überraschenderweise haben wir noch Strom und damit auch WiFi – mal sehen, wie lange noch.

Mimosenblüte in Selimiye - fotografiert an einem schönen Tag
SE-Sturm 9-10 Bft., Böen bis 58 kn, 7./8.3.2010

15.30 Uhr: Anstatt, dass der Wind nachlässt, wird es immer schlimmer: Es sind mittlerweile Dimensionen, die an einen Orkan erinnern! Bin eben über den Pontoon geschossen, um bei Allen auf der Motoryacht einen grossen Langfender für das kleine Schiff vis-a-vis zu holen, das es fast zerschlägt am Steg. In Bruchteilen von Sekunden klatschnass, nur gebückt war ein Vorankommen und Zurückgehen möglich! Das ist nicht mehr feierlich! Sehr beängstigend, so langsam schleicht sich ein mulmiges Gefühl ein. Auch das Barometer fällt weiterhin, das passt nicht zu den Wetterberichten. Wann hört das auf?

Kurze Zwischenbilanz

Momentan gibt es nicht viel Neues zu berichten: Die Temperaturen sind zwar etwas wärmer geworden, nach wie vor werden wir aber von sehr starken SE-Stürmen heimgesucht! Der nächste steht heute wieder an, zieht sich laut z. B. www.grib.us bis spät in den morgigen Abend hinein mit Windstärken um 8-9 Beaufort.

Wir haben es aber immerhin geschafft, in der vergangenen Woche alle Holzarbeiten zu erledigen, heisst, schleifen, lackieren – das ganze insgesamt 5-6mal – sollte uns für die nächsten paar Jahre Ruhe bescheren. Der Aufwand hat sich gelohnt: Alle Holzteile sehen wie neu aus! Ausserdem wollen wir, solange wir noch hier liegen, Deck und weissen Rand aussen schleifen, primern und rollen, so dass wir, wenn wir Mitte April aus dem Wasser gehen für 5 Tage (vorher war leider kein Termin zu bekommen), „nur noch“ Rumpf und Antifouling machen müssen. Neue „CHARISMA„-Schriftzüge sind schon bestellt, alles keine Affäre.

Ansonsten bekommt man hier wirklich Frühlingsgefühle, die Natur steht in vollem Grün,  die Mandelblüte ist fast schon vorbei, zauberhafte Mimosenblüten entfalten ihre volle Pracht, und in 14 Tagen wollen wir unserem Winterquartier hier „Ade“ sagen! Dieses „Leinen-los-Gefühl“ zerrt! Endlich wieder Segeln setzen!  Wir freuen uns darauf. Mehr gibt es, wenn es wieder etwas zu berichten gibt.  Wir wollten euch nur auf dem Laufenden halten, auch wenn nicht viel passiert. Im persönlichen Bereich ist mehr, Schwerwiegendes, Trauriges, Wehmütiges passiert – aber das gehört nicht auf solch eine öffentliche Seite. Damit müssen wir, muss ich, selbst zurechtkommen.

In diesem Sinne…