Was ich mir wünsche…

ist ein Dinner, wie wir es zu Peters 60. Geburtstag in Lauterbach im Schwarzwald in einem Restaurant hatten, das zur Kette der www.la-chaine-des-jeunes-rotisseurs.net.  gehört: Eine erfrischend schmackhafte, nicht abgehobene Küche, reichhaltig, ausgezeichnet, ein Preis-/Leistungsniveau, das sich wohltuend positiv von dem ihrer Promi-Kollegen abhebt.

Damals war es ein ausgezeichnetes, aussen knusprig, innen rosa gebratenes Chateubriand, als Beilage gab es Fenchelgemüse, junge Karotten, Pommes Dauphin, das Ganze begleitet von einem hervorragenden Rotwein aus einem kleinen Anbaugebiet im Kaiserstuhl, vom Chef empfohlen. Warum mir das gerade jetzt einfällt? Ich/Wir brauchen keinen Luxus, um uns wohlzufühlen, aber so ein Highlight zwischendurch – das wärs doch, oder? Stattdessen gibt es heute panierte Hähnchenschnitzel, Kartoffelpüree und Tomaten-/Gurkensalat.  Auch nicht schlecht. Guten Appetit.

Ansonsten sind momentan eigentlich alle Probleme gelöst, sowohl zahn- als auch katzentechnisch, das Schiff ist ausgerüstet für eine Atlantiküberquerung, aber es hat uns eine ungewohnte Lethargie überfallen, die uns hier einfach festhält. Das Wetter, schwül, drückend, kein Wind, Regenwolken,  tut ein Weiteres hinzu. Aber wir haben es ja nicht eilig.

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Plastikkatze

So ein schönes Heiabett...

Also, mein Papa sagt ja, ich hätte einen Hau – was immer das ist – weil es mir nicht schnell genug gehen kann, wenn er so eine Palette leermacht. Er sagt, die Mama hätte mir überall im Schiff wunderschöne Betten gemacht mit Frotteetüchern wegen meiner Haare, und ich hätte nichts Besseres zu tun, als in so einen blöden Karton mit Plastik drumherum hineinzukriechen! Habe ich auch nicht! Was glaubt ihr, was das für ein Spass ist, nachts alles zu zerfetzen und übers Deck damit zu jagen! Vor allem, wenn ein bisschen Wind geht. Hui, gibt keine bessere Gymnastik, das sage ich euch. Muss allerdings aufpassen, wenn`s Tau hat, da bin ich nämlich schon einmal übers Ziel, sprich den Bug, hinausgeschossen und im Wasser gelandet. Nicht so prickelnd, vor allem, wenn dann die Mama wieder mit dem grossen Frotteetuch kommt, mich einwickelt und abrubbelt. Da könnte ich die Krätze kriegen, dann werde ich laut. Ok, bin jetzt beschäftigt.

Telefon, Modem und andere Dinge

Das schlägt dem Fass wirklich den Boden aus! Wollte heute meine Mobil-Telefon-Computer-Verbindung testen in Anbetracht dessen, dass wir wohl einige Zeit an der türkischen Küste keinen WiFi-Kontakt haben werden – geht nicht! Alles getestet, die Seite des Providers aufgerufen, versucht, das neu zu installieren – geht nicht, Anleitung nicht mehr vorhanden! Nach M. gefahren, stellt sich heraus, dass der Provider diese Verbindungen gekappt hat, alle, zugunsten einer Modem-Verbindung, die, zugegebenermassen besser, logischerweise aber auch teurer ist. Stimmte zu, das zu kaufen, bat darum, mir das, bitteschön, auch zu erklären, ok, später. Gekauft, bezahlt, SIM-Karte aus dem Handy draussen, in dem Modem drin?!?!? Womit, bitteschön, soll ich denn jetzt telefonieren? Ja, sie haben doch jetzt Internet?!?!? Dankeschön, kann ich das ans Ohr halten mit der alten Nummer, die jeder kennt?!?!? Kommt der Lackaffe wieder daher, verzieht das Gesicht und will mich echt für dumm verkaufen. Ich müsste jetzt eine neue SIM-Karte fürs Handy kaufen, das geht aber nur mit Reisepass, wo ich seit 20 Jahren mit ID-Karte hier alles, aber auch schon gar alles mache. Ich frage ihn höflich, nett, wie ich eigentlich immer bin, ob er sich über seine Regierung stellen möchte, die dieses Prozedere seit 20 Jahren akzeptiert, ergo, ob er mehr darstellen will als der türkische Staat, sagt dieses S…Gesicht doch glatt ja. Ab hier ging die Post ab, ich auf 180, habe mit Tourism-Police und Polizei überhaupt gedroht, der ganze Laden stand still, mit dem Resultat, dass er sein Modem zurücknahm, meine alte SIM-Karte wieder da war, wo sie hingehörte, nämlich in meinem Handy, mein Geld sollte wieder auf dem Konto sein, habe das aber vorsorglich zur Abbuchung gesperrt, als ich nach Hause kam.

Nachdem wir diesen Sommer vorzugsweise in griechischen Gewässern segeln , werde ich dasselbe, aber mit Sicherheit mit besserem Resultat,  mit der griechischen Telefonnummer zu installieren versuchen.

Sowas Überhebliches, Unfreundliches ist mir hier in Türkien noch nie passiert. Aber es gibt für alles ein erstes Mal.

Das Prinzip als solches mit dem Modem ist nämlich perfekt: Du bist völlig unabhängig von irgendwelchen Netzen, an die Du andocken musst  meistens Passwort-geschützt, kaufst z. B. 1 Giga  pro Monat und kannst Deine mails abrufen, Wetterberichte runterladen oder was auch immer, ohne jedwede Probleme – wenn Du es nicht gerade mit – s. o. – zu tun hast. Des Ausländischen nicht oder nur kaum mächtig, aber dummdreist.. Da hat er mit  mir gerade den richtigen Gegner gefunden.

SOCKEs Logbuch

Ja, Leute, da ist jetzt echt was schiefgelaufen, weiss nicht, was. Die Mama hat da das Dings, diese Kategorie, angelegt, und jetzt ist alles weg, was ich geschrieben habe, obwohl ich gar nichts schreiben wollte. Muss da mit meiner verletzten Pfote draufgekommen sein oder sowas. Die ist nämlich immer noch nicht heil, Leslie, jawoll!!! Und eigentlich bin ich ja immer noch sauer, weil die mich neulich allein gelassen haben und einfach Geburtstag feiern gegangen sind, obwohl es stürmte und regnete. Hätte ich nichtvon weitem schon gemaunzt und geschrien, hätten die den Heimweg niemals gefunden. Aber so sind sie, verantwortungslos einfach. Jetzt muss ich erst mal den Fehler suchen, denn mittlerweile bin ich ja schon Profi in dem Business hier, den werde ich schon finden. Also tschüs, schicke noch zwei Fotos bei, damit ihr seht, von was ich rede.

sag ich doch, es regnet, und die gehen von Bord!
seht ihr mein Aua-Pfötchen???

Panormitis-Orhaniye

Heute gibt es nur einen kurzen Eintrag über unsere Fahrt zurück von Symi-Panormitis nach Orhaniye. Geplant war ein anderer Weg, aber die akut aufgetretenen Zahnprobleme haben den Weg diktiert. Die nächsten Tage werden wir wohl hier liegen – nicht der schlechteste Platz, abgesehen davon! SOCKE hat ihr Logbuch auch schon geschrieben, wobei sie noch nicht ganz gecheckt hat, dass das Neueste nach oben kommt, ergo steht ihr neuer Beitrag ganz unten auf ihrer Logbuchseite. Wir haben auf jeden Fall dank Leslie von der Carioca, eine ganz eine Liebe, endlich mal Bilder unter Segeln, die ich heute gleich hier reinstellen möchte. Fock war nicht angesagt heute nach den vorangegangenen Tagen mit Starkwind, es hatte sich, vor allem in der Passage zwischen Symi und Seskli, ein enormer Seegang aufgebaut, der Kurs danach war Halbwind und danach achterlich. Aber immerhin etwas.

noch flauer Wind, aber hoher Seegang
langsam wird es besser...
vor Anker in der Klosterbucht

Ohne Titel – zum Nachdenken…

Wir liegen nach einem schönen Törn seit einigen Tagen hier in Bozburun vor Anker und geniessen es. Dabei ist mir allerdings etwas aufgefallen, was mir nicht ganz in meinen Kopf geht: Auf mindestens 9 von den 12 Schiffen, die hier vor Anker liegen, erscheint mir die Aufgabenteilung etwas seltsam,  wer auch immer die Einteilung vorgenommen hat: Entweder stehen die Frauen mit Handschuhen bewaffnet beim Einlaufen dekorativ vorne am Anker, den er vom Cockpit aus per Fernbedienung betätigt, oder sie sitzen während des gesamten Ankermanövers im Cockpit oder gar unten in der Kajüte, oder aber stehen am Steuer, nachdem er  rückwärts eingekuppelt hat, halten krampfhaft das Steuer umklammert, während er wie Tarzan nach vorne spurtet, den Anker fallenlässt und lautstark Kommandos rückwärts brüllt, die aber von dort nicht nachvollzogen werden.

Ähnliches passiert, wenn das Dinghi per Fall vom ihm mühsam alleine zu Wasser gelassen wird, während sie irgendwo verschwunden ist bzw. im Cockpit liest.  Dass sie nie alleine mit dem Beiboot an Land fährt, weder paddelnderweise noch unter Aussenborder, versteht sich von selbst.

Wie es auf diesen Schiffen während des Segelns aussieht, kann ich,  ohne grosse Phantasie aufzuwenden, nachvollziehen.

Frage ist nur: Können sie nicht, wollen sie nicht oder dürfen sie nicht?

Da sieht es bei uns doch ein kleines bisschen anders aus, möchte ich an dieser Stelle sagen.  Denn sowas wäre mir schlicht und einfach zu langweilig oder einfacher ausgedrückt: zu blöde…

P.S.: Nein, es ist kein deutsches Phänomen, das geht querbeet durch sämtliche hier liegenden Nationalitäten.