Sintflutartige …

…Regenfälle, schwere Regenböen, dass es mich morgens um 7.30 Uhr buchstäblich aus dem Bett hebelt, gefolgt von strahlend blauem Himmel und ungeahnt warmen Temperaturen: Das ist das Wetter, das wir momentan haben! Kein Tag ist gleich wie der andere! Tagelang drohte jetzt wieder Südost, hatten wir auch, mit ein paar Regentropfen, die den roten, fettigen Saharasand auf dem Schiff verteilten, sieht eklig aus.  Kaum fertig mit Saubermachen, kommt schon der nächste Schauer und verbreitet weiterhin Libyen auf dem Schiff. Heute früh nun drehte der Wind programmgemäss auf West, eben das, was mich aus dem Bett schmiss, kommende Nacht (natürlich nachts, wann denn sonst) und die folgenden Tage kommt starker Nord, das geht gottseidank nur auf die Heckleinen, bringt aber kühlere Temperaturen mit sich. Auf die Wetterberichte kann man sich nur allzu gut verlassen! Sie stimmen hundertprozentig, wenngleich man bei der Windangabe gerne ein paar Knoten dazupacken kann.

Bin gespannt, wann diese Equinoxien oder wie immer diese kleinen Scheisserchen heissen, sich eingependelt haben und es wieder überschaubares  ruhiges Spätherbstwetter gibt! Aus dem Bett geschmissen hat mich eigentlich ursächlich nicht die Regenböe, sondern unsere beiden Nachbarn steuerbords, die so lose in den Seilen hängen, dass ich befürchtete, sie kommen zu uns rüber. Egal, wie oft man sie bittet, die Ketten dichtzuholen, sie tun es nicht, ist ja alles kein Problem – bis es eins wird! 

 Bilder kann ich leider momentan keine hinzufügen, da – siehe voriger Logbucheintrag. In diesem Sinne wollen wir nicht wirklich laut jammern und klagen, es gibt Schlimmeres. Ganz abgesehen davon ist die Versorgungslage hier weitaus besser als anderswo … Bekomme hier meine Käsesorten problemlos, ganz abgesehen von Schweinefleisch…

Kleines P.S.:  Hans mit seinem ‚“Zweibein“ hat damit natürlich kein Problem,  der steht immer aufrecht….

Saisonende – eher persönlich

Ja, heute ein eher persönlich gestalteter Logbucheintrag, nachdem ich die Fragmente meines Computers endlich wieder zur Verfügung habe – Bordkatze SOCKE hat ihn freigegeben! Fragmente deshalb, weil dieses Jahr Stück um Stück, Teil um Teil,  kaputtgeht. Tücken der Technik, die anscheinend die Garantiezeit 2 Jahre – siehe Digitalkamera – nur um Monate überlebt. Oder der Computer, dessen Screen schon vergangenen Dezember hinüber war, notdürftig für viel Geld repariert, jetzt ist auch die Tastatur am Ende! Gottseidank hat Hans, unser Nachbar, mir sein Keyboard inkl. Mouse verkauft, und ich kann arbeiten. Bin es aber gewohnt, Hochgeschwindigkeit zu schreiben, Rekord in meinem Berufsleben waren 420 A/’Min., das geht mit diesem „Tiefbohrsystem“ nicht. Mein Wunsch ist ein kleines Netbook, aber wie kriege ich das hierher nach Griechenland???? Die bekannten Provider stellen sich da quer, selbst bei Vorkasse. Natürlich habe ich Sonderwünsche, wie: Kein Vista, kein Windows 7, nein, mein XP  Prof. soll es sein! Bin einfach mittlerweile lernunwillig.  Muss auch nicht jeden Mist mitmachen. Aber die Tastatur macht mir echt Probleme, denn da kommen wir zum nächsten Punkt: Meine Steinbock-Krankheit: Nenn es Arthrose, Gelenkrheuma oder was weiss ich. Abhängig vom Wetter,  habe ich Schmerzen in den Gelenken, selbst nur beim Schreiben auf diesem „Hackbord“ (Entschuldigung, Hans, nicht böse gemeint).  Meine liebe Oma, die am gleichen Tag wie ich geboren ist, sehr schöne Briefe schrieb und eine gestochen scharfe Handschrift hatte, bis es nimmer ging, hatte dasselbe. Würdevoll, wie sie war,  hat sie alles delegiert im Laufe der Jahre, wobei ich ihre Briefe immer sehr vermisst habe. Nun ist mir klar, warum sie nichts mehr geschrieben hat.  Nur: Sie war 99 Jahre alt, als sie starb, ich bin erst 55, und merke schon, dass die Gelenke Probleme bereiten.

Ausserdem möchte ich logischerweise weiterhin segeln, das tun wir auch, aber,  – und damit kommen wir zum nächsten Thema: Ich hätte gerne das Revier verändert! Lange genug sind wir schon hier im Meltemi-Gebiet! Jetzt möchte ich ein anderes, ruhigeres, genauso grünes Revier in der nächsten Saison sehen, nämlich die westlichen und nördlichen Sporaden! Heisst: Euböa, hoch nach Skyros, Skopelos, Skiathos, danach Chalkidiki  – und danach sehen wir weiter.

Erstaunlich: Die Saison ist noch nicht vorbei, und schon macht man Pläne für das nächste Jahr. Nun, wir müssen nur noch den Skipper davon überzeugen, dass das das EINZIG RICHTIGE und WAHRE ist…..

In diesem Sinne

Den 1. Südoststurm…

..Wintersturm hätten wir überstanden! Der nächste ist Anfang kommender Woche im Anmarsch! Den werden wir mit Sicherheit hier nicht durchstehen, es ist einfach zu unruhig hier drin! Dies ist kein sicherer Platz und in dieser Jahreszeit möchte man mit dem Schiff seine Ruhe haben. Aber es war ein guter Test – wie es nicht sein sollte.  Bei Beaufort 8-9 macht das alles wirklich keinen Spass mehr. So ist die Entscheidung, wo wir mit dem Schiff den Winter verbringen werden, getroffen, das allerdings auch noch aus anderen Gründen.

Wie die Touri-Schiffe, die heute früh nach Nissiros ausliefen, heute wieder hier hereinkommen wollen, ist mir ein absolutes Rätsel.Momentan sind sie seit über einer Stunde überfällig. Wo doch in Griechenland ab Beaufort 6 nicht mehr ausgelaufen werden darf. Das hatten wir schon heute früh, als sie wegfuhren. Das Bild war da schon übelst.

Anbei noch zwei kleine Eindrücke vom heutigen Tag:

flache, enge Einfahrt bei starkem Seegang!
ohne Worte

Muss das jetzt einfach mal sagen…

Jetzt sind wir 1 1/2 Wochen herumgesegelt, ist ja schön, mag ich ja auch, auch wenn ich nicht von Bord kann, weil die in irgendwelchen Buchten ankern, wo ich nicht an Land kann! Versteh das auch nicht, dass die dann total aus dem Häuschen sind, weil das eine neue Bucht ist, die die noch nicht kennen – das Wasser so toll, die Umgebung so super, die Ziegen rennen ins Restaurant undsoweiterundsofort. Was ist denn da neu dran??? Ringsrum ist Wasser und ich kann nicht raus! Blödsinn. Und das Geschaukel die ganze Zeit. So langsam werde ich grantig. Aber das checken die Beiden ja nicht. Nun ja, so ganz schlecht ist es ja nicht. Jetzt sind wir auf jeden Fall wieder da, wo wir vorher schon mal waren – s. o. – , und das ist ok, weil, sobald ich die Passarelle höre, weiss ich, eh, jetzt geht es schwupps an Land! Kann das immer gar nicht abwarten, werde ungeduldig und bringe das auch zu Gehör. Da steht ja auch schon die von dem Katamaran, die kenne ich, die Bettina, und die freut sich auf mich! Aber wo ist der, der zu ihr gehört?? Der ist weg! Ne, nicht weg, der ist in Österreich, macht einen auf  DJ oder so, der heisst Hans, aber der soll wiederkommen. Hoffe ich doch, weil, von dem bekomme ich noch eine Belohnung für den Vogel, den ich gefangen und verzehrt habe, wo die Mama so empört war, als sie die ganzen Federn im Schiff verteilt gesehen hat am anderen Morgen. Weiss gar nicht, was die hat. 

Gestern abend haben die mich gleich wieder alleine gelassen, um irgendwo essen zu gehen. Typisch! Rücksichtslos! Hab mich aber auch gemeldet, lautstark, bin sogar bis vors Restaurant marschiert, ich bin nämlich mutig, ein bisschen, wenn da nicht die anderen  Katzen wären, die ich nicht kenne, weiss ja nicht, was das für Typen sind, mit denen will ich auch nichts zu tun haben, bin ja schliesslich wer, oder? Aber was der Gipfel ist: Da kommen die zurück vom Restaurant und anstatt, dass die zu mir nach Hause gehen, gehen die auf den Katamaran für einen Absacker!!! Was immer das auch ist. Musste ich natürlich sofort hinterher! Das hättet ihr mal sehen sollen, wie schlau ich das angestellt habe! Von einem Hydranten zum anderen, dann – Bauch auf der Gangway –  dieselbe hoch und nichts wie weg, rein in das Schiff! Und dann auf das Trampolindach! Das hat Spass gemacht! Konnte alles beobachten, auch die Drei da unten, bis ich endlich ins Bett wollte und das lautstark angemeldet habe. Dann sind die endlich aufgebrochen, aber ich war viiiiel schneller zuhause als die. Und dann habe ich die ganze Nacht Wache geschoben draussen, damit die ruhig schlafen können. Der Papa hat ja die Gangway weggemacht, da kann ja nichts passieren mit Streunerkatzen und so…. Also, jetzt wisst ihr: Mir gehts gut, keine Angst, nur der Rücktörn hierher war echt sch…., weil viele Wellen und wenig Wind, das mag ich nicht, hab ich auch denen gesagt, aber die haben nicht gehört, weil die hierher wollten, ok, jetzt sind wir da und jetzt ist eine Woche Ruhe, wenn nur nicht die Mama überall mit dem Staubsauger unterwegs wäre, man hat nirgends seine Ruhe, das/die nervt….. Aber das kennen wir ja…..  Gottseidank hat sie mir meine leere Bierpalette unter dem Tisch gelassen, damit ich wenigstens IRGENDWO schlafen kann, hab ja sonst nichts…..

Doch: Hab euch noch einen Katzenwitz: Was sucht eine Katze? Einen Muskelkater…..