Also Leute…

…das letzte Wort ist noch nicht gesprochen – hier! Es ist für mich absolut dröge – langweilig! Könnte hier raus, spazierengehen, hab auch schon einen Baum gefunden, wo ich meine Geschäfte erledigen könnte – ist aber nicht! Zuviel neugieriges Pack ringsherum! Man hat keine Ruhe – die erdreisten sich sogar, auf die Gangway zu marschieren, nur um mich zu bewundern! So geht das ja schon gar nicht. Ich kann noch so laut schreien, die kümmern sich gar nicht drum, haben überhaupt keinen Anstand. Da traut man sich schon gar nicht mehr raus. Also, was bleibt mir? Schlafen, und selbst da hat man seine Ruhe nicht. Liege ich nachts auf Mamas Beinen, schiebt sie mich weg! Papa hat keine flauschige Decke, weil es ihm noch zu warm ist, da kann man nicht kuscheln. Also schlaf ich den ganzen Tag – langweilig eben. Heute ist die Mama nach Mandraki geradelt und hat mir Leckerlis mitgebracht. Wenigstens etwas. Und schon wieder liege ich kopfüber auf dem Winterkissen. Denn abends schauen die nämlich Filme und kümmern sich nicht um mich! Segeln mag ich auch nicht so unbedingt, aber vielleicht sollten wir das mal wieder, wenn die das Dingsda,  den Autopiloten, installiert haben, vielleicht geht dann wieder was ab! Bisschen  Action würde nicht schaden!  Sonst werde ich noch fett, deswegen macht die Mama auch mit dem Rad Gymnastik, hat das gleiche Problem. Hier ist noch nicht aller Tage Abend! Wir warten jetzt noch auf den neuen Klapperkasten von der Mama, und die Kamera, dann sehen wir weiter. Ist ja erst Ende November, da kann noch viel passieren.

Wenigstens sind die Nachbarn nett: Der Svejn und die Caryn – der ist Norweger und sie Engländerin, und das Schiff ist von Frankreich, aber in Schweden gekauft  – wie das geht? Weiss der Himmel!

Also, gehabt euch wohl, ich schlaf jetzt erstmal weiter, bis wieder was passiert – hoffentlich bald!

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Nikia, Nissiros

Gestern abend waren wir bei Mike, Eagle`s Nest, in seinem Haus in Nikia zum Essen eingeladen. Leider war es schon dunkel, so dass wir den unendlichen Ausblick auf das Meer nicht mehr geniessen konnten! Umso interessanter war der Abend durch die Erzählungen von Mike, der lange Jahre in New York gelebt hat und vor einiger Zeit wieder auf seine Heimatinsel Nissiros zurückgekehrt ist, um hier eine Autovermietung zu eröffnen. Wenn man sein Haus sieht, muss dies profitabel sein!

Heute nun waren wir wieder da oben, es gab ein Fest zu Ehren der Hl. Jungfrau Maria in Nikia.

Die Sicht war atemberaubend: Wir konnten Simi, Chalki, Alimnia und sogar Rhodos sehen! Zum Nordosten hin das Kap von Datca, den Eingang zum Hisarönü-Golf, absolut unglaublich, diese Weite!

Nikia ist einfach absolut bezaubernd, dieses blitzsaubere wunderhübsche Örtchen hoch oben am Berg, nur erreichbar durch unendliche Serpentinenstrassen, gelegen am Rande des beeindruckenden Vulkankraters! Was für Kräfte müssen da im Spiel gewesen sein, um so einen Abgrund zu erzeugen! Mir wird schwindlig beim Hinunterschauen.

Vor über 400 Jahren war dieses Örtchen unten an der Südküste in der Nähe des antiken Hafens Avlaki angesiedelt. Um den Piratenüberfällen zu entgehen, siedelten die Bewohner hoch oben, versteckt in den Bergen, das neue Nikia an.

Das Kirchenfest war sehr ansprechend gestaltet, gegen eine kleine Donation für die Kirche Ag. Stefanos gab es einen Festschmaus, wie man ihn sich besser und schöner nicht hätte wünschen können. Die gesamte Bevölkerung von Nissiros, aus Mandraki, Emborio, Nikia, Pali, war anwesend. Es gab als Vorspeise Salat, dann eine wohlschmeckende Bohnensuppe, danach Fisch im Teigmantel, dazu eine Paste aus purem zermahlenem Knoblauch mit gemahlenen Mandeln in Olivenöl!!!!, die ich leider nicht geschafft habe. Schmeckte zwar absolut super, aber zu reichhaltig für meinen Magen. Gekrönt wurde das alles durch einen süssen Wein, eher eine Art Sherry, äusserst wohlschmeckend und bekömmlich, stand schon am Tisch in einer Karaffe, oder auf Wunsch Retsina, Wasser obligat – es blieb kein Wunsch offen – und gekrönt wurde das alles durch die unendliche Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen hier. Das Wetter spielte mit, herrlicher Sonnenschein, angenehme Temperaturen und als wir uns dann nach dem Essen noch auf dem Dorfplatz niederliessen, spielte ein Dorfbewohner griechische Musik auf dem Harmonium – nicht lachen! – war von Originalmusik fast nicht zu unterscheiden, seine Frau sang mit ihm im Duett dazu. Wie kann man solch einen Tag schöner beenden? Auf dem Rückweg fanden wir dann noch frischerblühte Alpenveilchen, jede Menge Kräuter wie Oregano, Thymian, die Bündel hängen jetzt zum Trocknen im Schiff, der Duft ist unbeschreiblich,  und ergeben  zusammen mit dem, was noch gesammelt wird, einen Kräutervorrat für das kommende Jahr für unsere mediterranen Gerichte. Morgen werde ich noch versuchen, Bilder einzufügen. Nachdem meine Kamera noch nicht angekommen ist, hat Caryn, die dieselbe hat, Fotos für mich gemacht, die sie mir hoffentlich heute rüberschickt. Versprochen!

Saison 2010

Haben eben eine kurze Bilanz der diesjährigen Saison gezogen: Sind zwar „nur“ 1500 sm gesegelt, haben aber schon am 26. März angefangen. Von diesen 1500 sm sind wir nur!!! 91 Stunden unter Maschine gefahren – das ist das, was wir gerne haben – so lieben wir es! Wir können auch bei nur 4 kn Wind segeln – der Weg ist das Ziel, wir müssen keine Meilen fressen. Sollte eigentlich mittlerweile jedem klar geworden sein. Wir lieben SEGELN!

So ist diese Bilanz eigentlich trotz allem recht zufriedenstellend ausgefallen, unsere Winterliegeplätze gefallen uns auch. Dank Hans – Pink Panther – haben wir nun auch endlich! wirklich! genügend Musik an Bord nämlich inklusive meiner eigenen,  bestimmt 20 Giga, da kann es uns gar nicht langweilig werden. Filme auch, und ansonsten könnte es nicht schaden, ein bisschen mehr Griechisch zu lernen, das schaffe ich mithilfe von Sabine bestimmt (Tigani,. Sabine, kala, kala?) . SOCKE fühlt sich auch wohl hier, wenngleich sie ungeheuer faul geworden ist – sie mag kein Logbuch schreiben. Soll euch aber alle grüssen von ihr, wenn eine neue Kamera da ist, die ihr edles Antlitz wieder ins rechte Licht rückt, ist sie sicher gerne bereit, wieder was von sich zu geben…

Ganz abgesehen davon haben wir das frühlingshafte Wetter heute benutzt, alle Läufer, Teppiche, aus dem Schiff zu holen und mittels – na, wessen? – Hans` natürlich! Hochdruckreinigers sauberzublasen. Es hat sich gelohnt, kann ich euch sagen! Hans ist einfach ein ganz ein Lieber! Wir möchten seine Freundschaft nicht missen, wenn wir nur MEHR zurückgeben könnten!

Hier noch ein paar Impressionen, wie es schon war und wie es im Winter aussehen könnte, deswegen haben wir unsere Fluchtpunkte

Ach ja, Anfrage: Wir liegen Kos-Kardamena oder Paloi, Nissiros – just for information…