Vorläufige Bilanz N-Sturm 10./11./12.12.2010

Noch ist ein Ende nicht absehbar, laut Wetterbericht heute am späten Nachmittag. Die Schadensbilanz ist enorm! Nachdem wir heute früh einen kurzen Gang an Land wagen konnten:

Bei unserem Nachbarn Svejn, „Cèst la vie“,  hat es den Radardom zerschlagen, der Windgenerator ist regelrecht explodiert, die Davits verbogen.

Alle Laternenpfähle sind beschädigt, die Laternen weggefegt, Stromkästen abgeknickt, vom Sockel gerissen durch die überkommende See, die grosse Kranplattform liegt vor dem Hafen am Strand, hatte sich losgerissen! Die Fähre hatte sich gestern abend noch losgerissen und hing nur noch an einer Vorleine und trieb durch den Hafen, wobei sie an dem Hochhaus-Katamaran am Heck Schäden anrichtete. Der liegt jetzt längsseits am gegenüberliegenden Ende des Hafens, Klampen abgerissen und Gelcoat-Schäden! Die Strasse und das Ufer sind ein einziges Chaos, übersät mit Strandgut, Steinen jeglicher Grösse, Bäume abgeknickt, Dächer abgedeckt.

Kleiner Nachtrag zu dem allem: Natürlich hat es nach Aussage der Ortsansässigen und der Fischer so einen Sturm seit sie hier leben noch nie gegeben!

Super Glue oder: Katzenfalle

Hi, Leute, diesen Artikel schreibe ich nicht selbst, das soll die Mama machen, wenn sie sich wieder eingekriegt hat.

Also wir bekommen schweres Wetter und die haben eingekauft und aufgefüllt, falls man nicht mehr von Bord kann – auch das Wasser! Da hat der Papa die Bodenbretter aufgemacht, wo wir an verschiedenen Stellen prophylaktisch diese Ungeziefer-Klebefallen drin haben. Ich hab geschlafen, als die kurz von Bord sind, um nochmal Wasser zu holen, aber, neugierig, wie ich bin, musste ich doch schauen, was das für eine Plastikschale ist – und jetzt kann die Mama weitererzählen!

Ok, ich weiss nicht, ob ich SOCKE damit einen Gefallen tue, aber das neugierige Biest steigt doch tatsächlich in solch eine Falle rein! Das klebt, das bekommst Du nicht mehr auseinander. Nachbarn haben uns brüllend  vor Lachen erzählt, dass SOCKE wie ein wildgewordener Pinsel mit der Schale festgeklebt an der Seite, schreiend und fauchend  übers Deck gesaust sei! Peter hat sie dann zu fassen bekommen und ihr mit Gewalt das Ding vom Fell gezogen, danach war natürlich völlig Ende! Als wir sie wieder zu fassen bekamen, haben wir mit Schere, Nagellackentferner etc. versucht, den Kleb vom Fell zu bekommen, dabei hat sie uns fast zerfleischt. Letztendlich haben wir Benzin genommen und sie damit abgerieben! Das hat viel von dem Superkleber weggenommen, seither stinken Katze und Schiff nach Sprit! Was jetzt noch dran ist, versuche ich, mit der Haushaltsschere abzuschneiden. SOCKE sieht zugegebenermassen etwas seltsam aus und ist, wie üblich, auch überhaupt nicht dankbar. Dementsprechend sehen meine Hände und Arme aus. Aber es wird wieder. Wird ihr eine Lehre sein, ihre Neugierde zu zügeln.

Ein perfekter Tag oder: Shoppen bis der Arzt kommt

 

Aufstehen 6 Uhr, frühstücken, 7 Uhr ins Auto, Paloi-Mandraki, 7.30 Uhr auf die Fähre nach Kos-Kardamena mit dem Auto, Wind 6 SE, Seegang entsprechend. Ab Richtung Kos-Stadt! Jeden Marine-Shop, jeden Edelstahl-Shop abgeklappert wegen Klappscharnieren für Svejns neuen Cockpittisch, in der Kos-Marina einen Greek Coffee getrunken. Weiter zu Caryns Optiker, neue Rechnung ausstellen wg. Rückerstattung Krankenkasse, nebenbei „Fit-Flop-Schuh-Shop“ gesucht, nicht gefunden. Caryn legt sich lang, ihr Knöchel macht nicht mit, Brille kaputt, zurück zum Optiker, gottseidank bei Caryn alles ok bis auf ein schönes Veilchen unter dem linken Auge, die teure – optische – Brille kann repariert werden. Svejn aus dem letzten Marine-Zubehörshop mit Gewalt herausgezerrt – wir haben schliesslich Wichtigeres vor! Nämlich Shoppen, was das Zeug hält oder das Schiff, die Schapps, der Kühlschrank braucht!  Zuvor noch einen Klamottenhändler mit Dumpingpreisen gefunden – Peter Flanellhemden, wattiert und ohne, und ein Sweatshirt  – Superqualität, Superpreis, gekauft und, ach ja, ich habe in den Marine-Shops eine kleine Säge  gefunden, die alte war kaputt, eine LED-Leuchte für den Salon, einen Ruckdämpfer, feuerverzinkt, zum absoluten Dumpingpreis, wollte ihn stärker, sagt der Verkäufer, „fahren Sie eine Blue-Star-Ferry oder was???“ – ok, ok, ich nehm den! Weiter zu Carrefour, Bier einkaufen, danach zum Chinesen, ob der evtl. noch Sweatshirts in anderer Ausführung hat, hat er nicht, also weiter zu LIDL, die Regale abfetzen – leichte Übung für uns, kennen wir schon: Weihnachtsstollen,  Gingerbread,Kaffee, Ham, Bacon, Schwarzwälder Schinken, Kochsahne – heute im Angebot, Nudeln, Brühwürfel, Jasmin- und Basmatireis – eben alles, was ausgegangen ist oder ausgehen könnte, bevor wir nicht mehr die Gelegenheit haben, Wein natürlich auch; danach noch H&B wegen Mascarpone für Caryns Tiramisu, Gewürze gerne auch, dann noch DIA bzw. Louis wegen Kaffeeweisser – nur dort günstig – und Kaffeesahne, extra gross, extra lange haltbar, und eine Kakerlakenfalle, gibts in der Form nur dort, nur für den Fall der Fälle!

Zurück mit der Fähre, Seegang, beim Rausfahren streift die Anhängerkupplung, aber nur leicht, zurück zum Schiff, Auto aus- und Schiff einladen. Alles versorgt – alles verschwindet in den Tiefen des Schiffes, alles hat seinen Platz!

Gala-Dinner aus Fischstäbchen und Kartoffeln zubereitet. Computer aufgemacht, Lieferbestätigung von amazon.de für meine Lieferung da, ging heute in Leipzig raus, soll angeblich schon am 6. Dezember – Nikolausi – hier sein! Bin schon froh, wenn sie, wie prognostiziert, am 9. hier ist. Hatte denen aber auch am Telefon das Desaster mit der Bestellung bei expansys erzählt. Hat vielleicht ein bisschen geholfen.

Jetzt, 21 Uhr? FEIERABEND, bin geplättet!!!!