Die Feiertage…

sind vorbei, das  neue Jahr schon ein paar Tage alt, Zeit, eine kurze Bilanz dieses Winters zu ziehen:  Seit November nun liegen wir grossenteils hier im kleinen Hafen von Paloi auf der Insel Nissiros, oder auch in Kardamena auf der Insel Kos. Meistens jedoch hier, wo wir zusammen mit unseren Freunden Svejn und Caryn von der Cèst la vie  die einzigen Yachten sind! Es gefällt uns recht gut hier und wir fühlen uns, abgesehen von den teils heftigen Stürmen, entweder aus Südost oder schlimmer aus Nord, sehr wohl hier. Wir nutzen die Gelegenheit, unsere Schiffe aus- bzw. aufzurüsten, Svejn, weil es ihm bei dem Orkan vor ein paar Wochen vieles kaputtgeschlagen hat, wir um aufzurüsten. Sei es ein neues netbook, weil das alte Notebook seine Zeit längst überlebt hatte, oder eine neue Digitalkamera, weil die alte partout nicht älter als 2 Jahre werden wollte, die Garantie aber eben abgelaufen war (…), ein neues Mobiltelefon, weil das „alte“ kränkelte, aber viel wesentlicher, nämlich endlich! die teure hydraulische Selbststeueranlage, die nun nach einigem Hin und Her in ein paar Tagen aus England eintrifft und von Peter und Svejn eingebaut werden soll. Es ist so eine Sache mit den online-Bestellungen: Alles sieht so einfach aus, ist es aber oft nicht: Die Engländer akzeptieren keine Euro, die VISA-Karten geben den hohen Betrag nicht her auf Anhieb, telephone-banking kennen die Engländer nicht, für uns simpel-einfach,  dann dauert es halt, bis so etwas über die Bühne geht. Ein anderer bekannter deutscher Yachtausrüster jubiliert „bestellt am 22.12., geht raus bei uns am 22.12.“ Bezahlt ist es auch – nur da ist es nicht! Die Ware saust seit diesem 22.12. (wir haben heute den 13.1.2011) zwischen München und Nürnberg bzw. vorgestern Bologna und danach wieder München, hin und her. Nach einem weiteren energischen Telefonat wurde jetzt die Bestellung völlig neu gepackt und soll angeblich in einer Woche hier bei uns sein; den Vertrag mit dem Transportunternehmen haben sie offensichtlich  mit sofortiger Wirkung gekündigt. Na, warten wirs ab. Sinnvollerweise bestellen wir beiden Schiffe natürlich immer zusammen, um die Versandkosten niedrig zu halten.

Nun ist auch die Navigationsbeleuchtung auf LED umgestellt, nachdem wir das in den Kabinen schon vergangenes Jahr gemacht hatten.

Mit dem gesamten Verlauf der Investitionen wären wir eigentlich vollauf  zufrieden gewesen, eventuell hätte man noch einen „Überrollbügel“ und ein weiteres Solarpaneel in Erwägung ziehen können, beide Paneele dann drehflexibel darauf installiert, denn Edelstahl ist hier recht günstig und installieren hätten wir das selbst gekonnt. Wenn da nicht noch eine klitzekleine Kleinigkeit dazwischengekommen wäre: Der Motor! bzw. die Frischwasser- und die Seewasserpumpe. Die haben sich nämlich entschlossen, nicht mehr weiterzuarbeiten. Nun sind die Ersatzteile für unseren Motor hier überhaupt nicht zu bekommen! Gottseidank gibt es noch unseren „alten“ Mechaniker bei Flensburg, der unsere Maschine blind kennt, und der uns freundlicherweise beides besorgen kann. Hat natürlich seinen Preis, nicht ganz billig die Teile, aber das war von Anfang an klar. Damit ist das Thema Bügel erst einmal verschoben, denn im März müssen wir nach nur einem Jahr schon wieder aus dem Wasser, das Unterwasserschiff sieht  grauslig aus. Die neuen Anstriche taugen einfach nichts mehr. Soviel für heute, am Samstag feiern wir unsere beiden Geburtstage, wie wir das jedes Jahr tun, schön in der Mitte der beiden Daten.

Hinzufügen möchten wir noch, dass sich hier sehr schöne Freundschaften mit den „Einheimischen“ entwickelt haben. Sie sind von einer Herzlichkeit und Liebenswürdigkeit, das hätten wir in dem Umfang nicht erwartet! Unsere Freunde Zambika und Nikos haben die Türen immer auf, obwohl das Restaurant im Winter geschlossen ist. Wir  können dort das WiFi nutzen, wenn es an Bord zum Skypen zu schwach ist, sie nehmen alle unsere Lieferungen an und bringen sie höchstpersönlich zu uns an Bord. Zu Weihnachten gab es von überall her „Leckerlis“, man kann gar nicht alles aufessen, soviel war es! Nur wir sind mal wieder ins Fettnäpfchen getappst, als wir allen ein gutes neues Jahr anwünschen wollten, an der Tür Sturm klingelten mit einem Glas Champagner in der Hand – und sie aus dem Bett geholt haben! Peinlich, peinlich, peinlich…

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