Saisonende….

…soll noch nicht sein! Nachdem unser Besuch uns vorgestern in Galaxeidi verlassen hat, das Wetter, das leider Gottes auf diesem Törn mehr als schlecht war, sich erholt hat, haben wir beschlossen, noch ein Weilchen unterwegs zu sein und den Besuch in unserer Wintermarina noch zu verschieben. Jörg war ein ungemein liebenswürdiger, interessanter Besuch bei uns an Bord, wir hatten viele Gespräche, das Leben auf dem Wasser und auf einem Langfahrtschiff war für ihn eine Erfahrung, die ihm sehr viel Freude bereitet hat, wobei wir ihm gerne Einblicke in unsere Art und Weise des Lebens gegeben haben. Auch wir haben einiges von ihm gerne gelernt. So soll es sein. Leider hatte er viel Pech mit dem Wetter.
Heute nun habe ich spontan das ganze Schiff umgekrempelt, sozusagen auf Winter programmiert: Die Kleiderschränke aus- und umgeräumt, ausgewischt, die Betten neu bezogen, wobei zum ersten Mal Inlets eingezogen wurden, da es nachts schon erstaunlich kühl wird, tagsüber aber noch herrlicher Sonnenschein und Wärme vorherrschen; das Besteckfach gleichfalls von Sommer (helles Besteck) auf Winter (dunkles, rustikales) umgerüstet, alle Polster waren draussen, ausgeklopft und an die Sonne gelegt. Gestern noch eine Dusche im Cockpit gehabt. Wir werden die Tage hier und weiter westlich noch geniessen! Galaxeidi ist ein hübsches Örtchen, die Häuser wieder einmal in einer ganz anderen Bauweise, einer mächtigen Kathedrale für diesen doch relativ überschaubaren Ort, und zahlreichen guten Einkaufsmöglichkeiten. Auch unser Liegeplatz hier ist bei jeder Windrichtung sicher.
Wir könnten uns wohlfühlen – wäre da nicht diese unendliche, nicht ebbende Trauer über das Schicksal unserer Segelfreunde Stefan und Heike. Unsere Gedanken sind immer bei ihnen! Wir können nur hoffen, dass Stefan grosse Schmerzen erspart blieben, und dass Heike irgendwie und irgendwann einmal darüber hinwegkommt! Stefan schaut bestimmt zu, wo immer er auch sein mag. Leb wohl, Stefan!

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Sie leben 8 Monate von ihren Familien getrennt…

…ägyptische Fischer, die wir hier kennengelernt haben in den Tagen, die wir hier auf die Reparatur unserer Maschine warten. Weit weg von ihrer Heimat verdienen sie hier ihr Geld – und weit weg von ihren Familien. Sie leben bescheiden, oft zu viert oder fünft an Bord eines Fischerbootes, schicken alles, was sie verdienen, nach Hause. Ich habe mich mit ihnen vergangene Nacht unterhalten, soweit das möglich war, in dem bescheidenen Englisch, das einer von ihnen sprach, und habe viel erfahren. Ich habe ausserdem den besten Tee getrunken, den ich jemals getrunken habe, schwarz und zuckersüss und stark, und bin aussergewöhnlich lieben Menschen begegnet. Man kann von solch einer Begegnung nur profitieren! Unseren deutschen Luxus kennen sie nicht und wollen ihn vermutlich auch nicht, sie können sich das gar nicht vorstellen. Aber auf der Parkbank, auf der wir uns unterhalten haben, mir eine Decke rüberzureichen, damit es mir nicht zu kühl wird, war eine Selbstverständlichkeit. Heute nacht sind sie draussen, morgen früh um 7 Uhr kommen sie zurück, haben uns schon Fische versprochen! Ich habe auch eine kleine Überraschung für sie, nachdem ich gesehen habe, wie sie schlafen: Eine Gästin hat einen 1a-daunengefütterten, atmungsaktiven Schlafsack hier hinterlassen: Den sollen sie gerne haben für ein bisschen mehr Komfort! Und wenn es geht und ich darf, möchte ich gerne morgen ein Foto von ihnen machen.