SOCKEs Logbuch

Ja, das bin ich, SOCKE!

Hallo, nur, damit ihr gleich Bescheid wisst: Das bin ich: SOCKE. Ich bin hier seit November 2005 an Bord der CHARISMA, meine Mama und mein Papa haben mich damals hierhergebracht, nachdem Mama mich wochenlang an Land gefüttert hat. Mich und meine 3 Geschwister. Ich war damals noch sehr klein, gerade mal 6 Wochen alt, aber wenn Mama vom Ankerplatz an Land gepaddelt kam, war ich die Erste, die ihr entgegengesprungen ist. Meine Geschwister waren viel zu langsam. Ich wusste genau, was ich wollte: Nämlich zu denen auf ihr Schiff! Mama hat sich sehr viele Gedanken um meine 2 Schwestern und meinen Bruder gemacht, hat die auch dort in Fethiye, wo wir alle geboren sind, an Residenten vermittelt. Bis auf meinen blöden Bruder – den konnte man nicht anfassen. Jungs sind immer blöd. Eigentlich sollte ich ja nach Deutschland fliegen, zur Mutter von meiner Mama, weil deren alte Katze gestorben war. Aber gottseidank kam die Vogelgrippe (was immer das auch ist) dazwischen und Papa sagte, „dann behalten wir sie halt selbst“. Ich habe genau gesehen, dass Mama gestrahlt hat über alle vier Backen! Sie wollte mich nämlich schon immer. Ob das heute noch so ist, da bin ich mir nicht ganz sicher. Mittlerweile weiss ich nämlich genau, was ich will – und sie ist damit nicht immer ganz einverstanden. Na ja, daran muss sie sich gewöhnen. Ich habe eben Charakter und einen ganz eigenen. Jetzt muss ich erstmal schlafen. Das war schon sehr anstrengend, am Computer zu schreiben. Den kannte ich nämlich bisher nur dadurch, dass ich ihn als Absprungbrett auf meinen Horchposten benutzt habe – jetzt ist der Deckel kaputt und die Mama ist stinkig, weil das ja Geld kostet! Ich zeige euch vorm Schlafengehen noch das Bild, damit ihr wisst, was damit gemeint ist.

Das ist der Horchposten

So, bin wieder aufgewacht – man wird ja wohl 23 Stunden am Tag schlafen dürfen. Das mit dem blöden Computer soll ja nicht stressig werden. Ausserdem geht es mir momentan nicht besonders gut: In Symi-Stadt vergangene Woche wollte ich die Umgebung checken, bin morgens raus, während meine Mama telefoniert hat (am hellichten Morgen schon quatschen, das kann nur sie!!!), da muss ich in was reingerannt sein: Entweder Auto, Motorrad, vielleicht wars auch ein Köter, die mag ich ja gar nicht, oder der rote Kater, ich mag rote Kater, schon immer! Auf jeden Fall tut mir jetzt die rechte Pfote weh, aber wie, aber hallo, meine Mama ist voller Sorgen (geschieht ihr recht), der Papa sagt, das wird schon wieder. Aber jetzt sind wir in Bozburun und die Mama hat den Tierarzt angerufen, der, der mich im Winter gepiekst hat auf MEINEM Schiff, das muss man sich mal vorstellen, legt mich auf den Tisch, piekst mich dreimal und steckt mir noch so eine blöde Tablette in den Mund, dem habe ich es aber gezeigt: Den habe ich angefaucht und bin ab wie eine Rakete, der hat mich nicht mehr gefunden. Auf jeden Fall kamen gestern Tabletten mit dem Bus an, und Mama schiebt sie mir jetzt zweimal am Tag in den Mund. Die muss ganz schön aufpassen! Ich weiss nämlich, wie ich sie austricksen kann, aber leider ist sie schlauer und vor allem schneller. Aber eben habe ich sie gebissen. Morgen krieg ich sie wieder dran. Papa gibt dann schlaue Kommentare und dann wird die Mama sauer und ich verziehe mich – bis zum nächsten Mal. Irgendwo tun mir die Dinger gut, aber man muss ja schliesslich seinen Standpunkt wahren, oder nicht? Deswegen lege ich mich jetzt nochmal kurz hin.

so schlafe ich am liebsten…

Ach übrigens: Fiel mir eben beim Schlafen ein: Inspiriert, dieses Logbuch zu schreiben, wurde ich durch Millie, das ist meine Freundin auf Esper, die lässt sich auch nichts gefallen und hat ihre Eltern, Liz und Jamie, sehr gut erzogen. www.followtheboat.com . Ausserdem möchte ich es nicht unerwähnt lassen, dass ich Mitglied in einer ganz exklusiven website bin: www.katzen-lounge.de/photo/index.php – das hat meine Mama gemacht, die ist nämlich genauso stolz auf mich wie mein Papa, obwohl der manchmal ganz schön genervt ist von mir. Aber dann darf er mich wieder kämmen, das macht der nämlich gerne, und wenn ich schnurre, dann ist er ganz happy mit mir.

Ich zeige euch jetzt noch ein schönes Bild von uns beiden, da darf die Mama uns nicht stören, das machen wir fast jeden Abend:

Das mag ich und mein Papa auch

So, das wars fürs erste, als Anfänger in diesem blöden Computerdings habe ich mich glaube ich gar nicht zu dumm angestellt. Wenn ich wieder mal dran darf (meistens ist ja die Mama dran, die kann gar nicht genug davon bekommen, weiss gar nicht, was die immer da macht), lass ich euch mehr wissen. Ihr könnt mir ja schreiben, da unten ist so ein Feld, da könnt ihr einen Kommentar hinterlassen. Ich werds mir dann überlegen, ob ich euch antworte. Vielleicht schreibt ja auch Millie wieder mal, die ist mittlerweile in Indien. Indien? Was will die denn da??? Jetzt werde ich schon wieder müde, deshalb noch ein letztes Bild, das hat meine Mama gemacht, es gefällt ihr unheimlich gut – mir auch – und tschüsssssssss!

habe ich mir verdient!!!!

Ach ja, bevor mir die Äuglein endgültig zufallen: Ich habe mir in der Zeit, die ich hier auf das Schiff aufpasse, schon einige Dinger geleistet: Das letzte war, als die auf der Werft waren im April: Das war ne Action: Da war die ganze Marina hinter mir her. Aber das erzähl ich ein anderes Mal. Jetzt reichts wirklich für heute, das artet ja sonst in Stress aus…..

Ok, ok, dann erzähle ich halt die Story, die da auf der Werft abgegangen ist, auch noch, obwohl es mir ja fast ein bisschen peinlich ist, weil es durch meine eigene Blödheit (ich gebs ja zu) passiert ist.

Mein Schiff war hoch und trocken an Land, vor unserem Bug stand eine Motoryacht, da dachte ich, könnt ja mal rübergehen und schauen, was dort abgeht. Und weils so schön war, bin ich von der Motoryacht runter und mal an Land spazierengegangen. Dann wollte ich nach Hause, da haben die Jungs von der Quatze die Leiter weggetan, weil sie Feierabend hatten,  und ich kam nicht mehr rauf! Dann haben mich so ein paar Streunerkater entdeckt und wollten mit mir spielen – ich aber nicht mit ihnen! Da habe ich mich versteckt. Natürlich habe ich gehört, dass Mama und Papa mich gerufen haben, aber ich konnte doch nicht antworten, sonst hätten die Streuner mich gefunden! Ein paar Mal habe ich mich gezeigt und auch geantwortet, denn mittlerweile hatte ich Hunger und Durst. Die wollten mich einfangen mit einem Käscher und dann in einen Sack tun. Da bin ich wieder abgehauen! So ging das 4 Tage und 3 Nächte, das wurde immer schlimmer. Die Mama hat geweint und der Papa ein ganz ernstes Gesicht gemacht, das habe ich gesehen, wenn sie mir immer Futter vor eins der Schiffe gelegt haben, auf denen ich mich versteckt hatte. Na ja, am 4. Tag habe ich mir ein schönes grosses Schiff ausgesucht und mich erstmal dort im Bad in einem klitzekleinen Wandschrank versteckt. Das hat mein Papa ganz schnell gecheckt, hat die Türen zugesperrt, oh Mann, hatte ich Herzklopfen! Dann kam er mit dem Marinachef und Personal, damit die nicht meinen, er bricht in ein fremdes Schiff ein. Einen Katzenkorb hatten die auch dabei, dann haben sie mich aus dem Wandschrank in den Korb gescheucht, das ging so schnell, konnte gar nicht anders reagieren, als da reinzuhüpfen. Dann ab nach Hause, erstmal ordentlich futtern und dann gaaaanz laaaang schlafen. Mann, war ich happy – Mama und Papa auch, obwohl sie mich dann immer eingesperrt haben. Wisst ihr, warum? Ich kann es nur vermuten…..

So lieb seh ich aus…

19.05.2010: Also, Leute, muss echt sagen, bin total gerührt! Soviele Menschen haben nach mir gefragt, auch die Kommentare, echt lieb: Da muss ich mich heute wieder mal an dieses Computerdings schmeissen, um das Neueste mitzuteilen: Also wir hatten jetzt fast 14 Tage dieses Dings nicht gebraucht, weil wir immer irgendwo waren, wo man nichts machen kann, ich versteh das ja nicht so ganz genau. Da müsst ihr die Mama fragen. Und wegen der Mama sind wir heute von Symi-Panormitis nach Orhaniye zurückgesegelt, weil die nämlich zum Zahnarzt muss, weil die ganz schlimme Schmerzen hat an einem Zahn, wo ihre anderen Zähne dranhängen. Sie sagt, ich soll das nicht so genau schildern, das wäre peinlich. Ok, dann lassen wir das halt. Mir auf jeden Fall geht es besser, aber das dauert lange, bis es ganz in Ordnung ist. Nach wie vor drückt mir die Mama eine Tablette in den Mund, nach wie vor humpele ich auf meiner rechten Pfote. Mal sehen, wann das endlich besser wird. Aber ansonsten bin ich fit, heute hatten wir viel Seegang und noch mehr Wind, habe ich alles cool durchgestanden, bin sogar raus, um den beiden zu sagen, dass ich jetzt genug habe. Haben die auch eingesehen, die Kurve gekratzt und sind in Orhaniye vor Anker gegangen. Das interessierte mich dann nicht mehr, Hauptsache, die tun, was ich will. Raus komme ich nur, wenn die Gangway angebracht wird, dann weiss ich nämlich, dass ich an Land kann!

Ach übrigens, da hat eine Elisabeth ganz lieb geschrieben: Du, das tut mir so leid mit Deiner Katze, die nach 20 Jahren gestorben ist. Das ist doch die, die bis Australien gesegelt ist, oder? Vielleicht findest Du wieder eine liebe Katze, oder eine Katze findet Dich, so wie ich meine Mama und meinen Papa gefunden habe, das würde ich Dir wünschen. So, jetzt reichts für heute, hab eben ein „Ganz Lecker-Feines“ von der Mama bekommen, ein neues, da steh ich sogar auf dafür!

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7 Kommentare zu „SOCKEs Logbuch“

  1. Na, Socke, du bist wirklich ein schlaues Mädchen! Und ein süsses noch dazu!
    Ich gratuliere dir zu deinem Logbuch und hoffe, dass du (wenn du mal nicht schläfst) fleissig daran schreibst!
    Dann bis bald,Söckchen, und sei schön brav,gell!
    Ein Streichel für dich, von Leslie & Theo

  2. Hallo Socke!
    Du bist ja eine ganz besondere Katze – zeugt schon die Liebe Deiner „Eltern“. Echt zum Knuddeln und sehr begabt – zum Autor geboren! Habe schon lange nichts Spannenderes mehr gelesen, aber sei, trotz Deiner Abenteuerlust, vorsichtig.
    Mich hat leider vor knapp einem Jahr mein über 20 Jahre alter Schmusetiger hier alleine zurückgelassen – war sooo nicht ausgemacht. Also verstehe ich die Sorge Deiner Mama sehr gut, deshalb pass´ gut auf Dich auf.
    Und dann freue ich mich natürlich sehr, wenn Du weiter von Deinen Abenteuern berichtest….

  3. Hallo Socke,

    ha, echt witzig das Bordleben mal aus Sicht einer Katze zu erleben.
    Erstaunlich erstaunlich, jetzt biste erst 5 Jahre, aber schon den schreibens maechtig.
    Menschenkinder fangen damit erst ein Jahr spaeter an und dann auch och lange nicht so perfekt wie du.
    Ein respektvolles Miau von meiner Seite und halt uns alle auf dem laufenden.

    Ferne Gruesse aus San Andres / Kolumbien

    Bertel

    P.S. Haste auch schon Erdkunde?

    1. Das ist ja wohl echt der Hammer! Da schreibt mir sogar so ein Typ aus Kolumbien! Fragt der doch, ob ich Erdkunde habe??? Nein, habe ich nicht, mir reicht schon Wasserkunde, hab ein paarmal ne recht nasse Bekanntschaft damit gemacht. Jetzt hängen die immer so einen Tampen mit Knoten für mich hinten raus, damit ich wieder an Bord kann, wenn ich reinfallen sollte. Also echt: Ich bin doch nicht blöd! Beim letzten Mal habe ich mich am Wasserstag von so einer Bretterkiste festgeklammert, bis die Mama die Marineros alarmiert hatte, die mich dann in ihrem Schlauchboot nach Hause transportiert haben. Nichts wie weg, sag ich euch, viel zu nahe am Wasser, diese flachen Dinger!!

  4. Ja HALLÖCHEN Socke – das ist aber schön von dir zu lesen! Man sieht, dass es dir ausgezeichnet geht! Wir senden ganz liebe Grüsse aus Fort Lauderdale und schauen gerne wieder mal rein….

  5. Hallo Socke
    Durfte dich ja persönlich kennen lernen. Dein Logbuch ist einfach super.
    Lass mir deine Leute schön grüßen und wenn du wieder einmal einen Abstecher zum PINK PANTHER machst grüß mir Bettina und Hans.
    Melitta

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